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Press review

Deutscher Naturschutz Ring | umwelt aktuell

02/2008

Genmaisfeld und Super-GAU

(...) GIS-GVO veranschaulicht die Daten aus dem Standortregister und anderen öffentlich zugänglichen Quellen. So ist schnell zu erkennen, wo Genmais wächst. Weitere Karten zeigen, welche Firmen wo beteiligt sind oder wo gentechnikfreie Regionen existieren.
GIS-Atom zeigt Evakuierungszonen nach einem möglichen Reaktorunfall in deutschen AKWs und die mögliche Strahlenbelastung. Eine andere Karte kombiniert die Erdbebenwahrscheinlichkeit mit den Standorten von Atomanlagen.
Über die als Abschlussarbeit einer Fortbildung entwickelte Seite wird kontrovers diskutiert. Gentechnikbefürworter befürchten, sogenannte Feldbefreier könnten damit unterstützt werden. Greenpeace weist dies zurück, da "Feldzerstörer" auch andere Möglichkeiten hätten sich zu informieren.
In der Tat werden keine neuen oder gar geheimen Informationen geliefert.

Strahlentelex

09/2007

Ab sofort ist das geographische Informationsportal GIS-ATOM im Internet (...) nutzbar.
Es bietet kostenlos abrufbare Karten und Google Maps-Funktionen zu kerntechnischen Anlagen und deren Erdbebengefährdung, der Katastrophenschutzzonierung und der Kontaminationsgebiete und Evakuierungszonen im Falle von Kernschmelzen.
Die unabhängige Plattform xzcute.international wertet zugängliche Informationen zu umweltrelevanten Themen aus, kombiniert sie und stellt sie der Öffentlichkeit zur Verfügung.
Bisherige Referenzprojekte sind GIS-GVO zur flächenscharfen Identifizierung von Gen-Maisfeldern, ein Atlas der Basisstationen für die Mobiltelefonie und Karten zum Ökologischen Landbau.
Der für die Seiten verantwortlich zeichnende Andreas Seidel, Hamburg, bittet zu beachten, daß die verlinkten Notfallpläne der AKW-Betreiber und Behörden kein Witz sind, auch wenn dies so anmuten mag.

Bürgerstimmen

21.08.2007

Was tun, wenn ein Atomkraftwerk explodiert, ...

(...) Ein Schwerpunkt der Website liegt in der Darstellung der möglichen Gefahren.
Es wird auch ein Link auf eine Website angegeben. Über die verlinkte Seite kommt man zu den Notfallplänen für Krümmel und andere Atomkraftwerke.

Greenpeace Presseerklärung

21.06.2007

Greenpeace deckt illegalen Gen-Anbau auf

Seehofer setzt Einhaltung der Gesetze und Schutz der Umwelt nicht durch
Strausberg/Hohenstein, 21. 06. 2007 - 15 Greenpeace-Aktivisten haben heute einen illegalen Gen-Mais-Acker in Brandenburg markiert und Strafanzeige gegen den Landwirt Joerg Piprek gestellt. Die Aktivisten haben einen sieben Meter hohen Wachturm aufgestellt und das Feld mit Absperrband markiert, um darauf aufmerksam zu machen, dass hier widerrechtlich Gen-Mais angebaut wird. Der Landwirt hat Gen-Mais ausgesaet ohne bei den Behoerden die Standorte zu melden. Damit verstoesst er gegen das Gentechnikgesetz. Greenpeace fordert den Landwirt auf, die genmanipulierten Pflanzen unverzueglich unterzupfluegen. Laut Risikobewertung des Bundesministeriums fuer Verbraucherschutz und Landwirtschaft (BVL) besteht bei dem hier angebauten Gen-Mais MON810 “ein berechtigter Grund zu der Annahme, dass dieser eine Gefahr fuer die Umwelt darstellt”.
“Es ist der reinste Irrsinn: keiner kann mehr mit Gewissheit sagen, wo ueberall Gen-Mais waechst”, sagt Ulrike Brendel, Gentechnik-Expertin bei Greenpeace, “Landwirtschaftsminister Seehofer hat versaeumt dafuer zu sorgen, dass die Gesetze eingehalten und kontrolliert werden. Zudem will der Minister das Gentechnikgesetz verschlechtern und die Transparenz des Anbaus drastisch einschraenken. Das Chaos ist dann vorprogrammiert”.
Der Bauer verstoesst in diesem Fall nicht nur gegen das Gentechnikgesetz. Auch der Eigentuemer eines der betroffenen Flurstuecke fordert vom Paechter Joerg Piprek, den Gen-Mais unverzueglich abzuernten. Er hatte bereits vor der Aussaat im Maerz 2007 seinem Paechter den Anbau von Gen-Mais explizit untersagt.
Dieser Gen-Acker ist kein Einzelfall: Nur wenige Kilometer entfernt waechst Gen-Mais in dem Naturschutzgebiet Ruhlsdorfer Bruch, wo gefaehrdete Schmetterlingsarten leben. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass sich das von dem Gen-Mais produzierte Bt-Gift auch auf zahlreiche Tiere, darunter auch Schmetterlinge, negativ auswirkt. Zwar hat der Landkreis Maerkisch-Oderland verfuegt, dass der Gen-Mais im und in unmittelbarer Naehe des Naturschutzgebietes umgebrochen wird, der Gen-Bauer Piprek hat jedoch gegen diese Verfuegung Widerspruch eingelegt.
“Diese Faelle zeigen, dass der Anbau genmanipulierter Pflanzen nicht zu kontrollieren ist. Selbst bestehende Gesetze greifen nicht. Und dies ist vermutlich erst die Spitze des Eisberges”, so Brendel.
Wenn Sie erfahren möchten, wo genau der illegale Gen-Acker liegt, folgen Sie bitte diesem Link: Google-Maps Genmaisfeld

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06/2007

Feldzerstörungen

Auf ein geteiltes Echo aus Biotech-Industrie und Umweltverbänden ist die neue Internetseite www.xzcute.com gestoßen.
Wie ein Navigationssystem verknüpft das Webportal Satelliten-Daten über den Standort von Feldern, auf denen gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden, mit Informationen zum Anfahrtsweg.

abgeordnetenwatch.de

17.05.2007

MdB Eva Bulling-Schröter (Wahlkreis Ingolstadt)

(...) Notwendig von Seiten der Politik ist eine Veröffentlichung aller Daten, wo genmanipulierte Pflanzen angebaut werden sollen, damit die Bevölkerung darüber informiert ist. Bisher kann man sich im Standortregister des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) informieren. Das soll unserer Meinung nach auch so bleiben. Transparenz ist bei einer solchen Risikotechnologie dringend geboten! Allerdings kann man den aktuell kursierenden Entwürfen zur Überarbeitung des Gentechnikgesetzes schon entnehmen, dass sich die CDU/CSU-Fraktion durchgesetzt hat.
Das Standortregister wird eingeschränkt, die Informationspflicht verwässert. Begründet wird das mit den so genannten Feldbefreiungen, einen direkten Zusammenhang gibt es allerdings nicht! Und wenn der Staat diese Standorte nicht veröffentlichen wird, dann werden das eben ab 2008 NGOs wie z.B. Greenpeace machen.
In diesem Zusammenhang kann ich schon jetzt die Seite: www.xzcute.com empfehlen! (...)

Demeter Rundschreiben Baden-Württemberg

05/2007

Informationssystem Gentechnisch veränderter Organismen GIS-GVO Version 1.3 ist seit 23. April 2007 mit neuen Features online. (...)

Bantam

27.04.2007

Detailgenaue Karten einzelner Flurstücke

in den am stärksten befallenen Regionen sowie Übersichten über die Entwicklung zwischen 2005 und 2007 finden Sie schließlich bei GIS-GVO.
Dort gibt es auch eine Anleitung für Computerkundige wie die Standortangaben des BVL in eine Google-Karte übertragen werden können sowie Informationen über die experimentelle Freisetzung anderer Gewächse wie z.B. Gentechnik-Kartoffeln.

Bienen & Agro-Gentechnik

26.04.2007

Wo wird Gentechnik angebaut?

Die neue Internetseite http://www.xzcute.com bietet regelmäßig aktualisierte interaktive Karten aller in Deutschland geplanten Gen-Standorte. Zusätzlich sind dort hervorragend aufgearbeitete Anbau-Statistiken nach Pflanzenart und Regionen sowie Jahreskarten im Vergleiche zugänglich.

Informationsdienst Gentechnik

25.04.2007

AKTION: Gentech-Mais-Felder jetzt selbst online lokalisieren

Das Standortregister des BVL zeigt, an welchen Standorten Genmais-Felder angemeldet sind. Doch wie wissen wir genau, wo die Felder liegen? Finden Sie es raus mit dem geographischen Informationssystem von XZCUTE. Mit Hilfe eines Leitfadens können Sie jetzt GVO-Standorte in Ihrer Nähe verorten und mit einer Karte Ihre Nachbarschaft aufklären.

Business Geomatics

02.04.2007

Gen-GIS entwickelt - Karte zeigt, wo veränderte Organismen sprießen

(…) Eine Übersicht über die landwirtschaftlichen Standorte gentechnisch veränderter Organismen (kurz GVO) hat nun Andreas Seidel von xzcute erstellt. In seinem Geoinformationssystem wertet Seidel die Angaben aus dem Standortregister des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelscherheit aus. Das sogenannte GIS-GVO soll auch die potentiellen Konatminationsbereiche von gentechnisch manipulierten landwirtschaftlichen Nutzpflanzen aufzeigen. (…)
Die digitalen Karten des Gen-GIS zeigen die aktuelle Situation sowie die Entwicklungstrends der deutschen Gentechnik-Landwirtschaft von 2005-2007.

GISWiki

31.03.2007

GIS-GVO

Landwirtschaftliche Standorte von gentechnisch veränderten Organismen wurden von Andreas Seidel, Nils Kuhn und Peter Rückert unter Zuhilfenahme eines Geographischen Informationssystems flächenscharf verortet.
Die Hamburger Geographen werteten dazu das Standortregister des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit aus und koppelten die Informationen mit dem Datenbankangebot von www.gentechnikfreie-regionen.de. Mit umfangreichem Karten- und Analysematerial werden die aktuelle Situation sowie die Entwicklungstrends der deutschen Gentechnik-Landwirtschaft von 2005 und 2007 veranschaulicht.

Informationsdienst Gentechnik

16.03.2007

Gen-Maisfelder können jetzt online lokalisiert werden

Mit dem Geographischen InformationsSystem Gentechnisch Veränderter Organismen (GIS-GVO) wurde u.a. der aktuelle Datenbestand des Standortregisters ausgewertet und neues thematisches Kartenmaterial zur Entwicklung der Gentechnik-Landwirtschaft von 2005 bis 2007 erstellt.

gis-report-news***

05.03.2007

Geographisches InformationsSystem Gentechnisch Veränderter Organismen

Landwirtschaftliche Standorte von Gentechnisch Veränderten Organismen können mit einem neuartigen Geographischen Informationssystem flächenscharf verortet werden.
Andreas Seidel, Nils Kuhn und Peter Rückert werteten dazu das Standortregister des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit aus. Mit dem GIS-GVO ist es ebenfalls möglich, die potenziellen Kontaminationsbereiche von gentechnisch manipulierten landwirtschaftlichen Nutzpflanzen aufzuzeigen.
Mit umfangreichem Karten- und Analysematerial werden die aktuelle Situation sowie die Entwicklungstrends der deutschen Gentechnik-Landwirtschaft von 2005 und 2007 veranschaulicht. (...)

Geografitti

27.02.2007

Gentechnik kartographiert

(...) Wie es geht, haben jetzt drei junge Herren auf ihre Website xzcute.de vorgemacht und mit Hilfe eines Geoinformationssystem (GIS) die Standorte nicht nur kartographiert, sondern auch Zeitreihen aufgemacht, die die Entwicklung des Anbaus dokumentieren. Erkenntnisse:
1. Die Anbaudichte gentechnisch veränderter Pflanzen in Ostdeutschland nimmt kontinuierlich und überproportional zu.
2. Die Flächengroße der Standorten nimmt kontinuierlich zu.
3. Der Zusammenschluss von Gentechnik-kritischen Landwirten verhindert derzeit den Ausbau von Standorten.

Klassischer und anschaulicher kann der Zuwachs von Erkenntnismöglichkieten durch Analysen mittels GIS fast nicht mehr demonstriertiert werden.

Geobranchen

26.02.2007

Geographisches Informationssystem Gentechnisch veränderter Organismen

Gentechnikfreie Regionen in Deutschland

23.02.2007

Studie: Zusammenschlüsse von gentechnikkritischen Landwirten verhindert GVO-Standorte

Das Standortregister weist im öffentlichen Teil zwar flurstücksgenau die Felder aus, auf denen Gentechnik ausgebracht werden soll. Die tatsächliche Lage der Felder ist für Betroffene jedoch nur einsehbar, wenn sie ein berechtigtes Interesse nachweisen. Eine Studie weist nun nach, dass ein Zusammenhang zwischen Aktiven Landwirten und der Gentechnikfreiheit von Gebieten besteht.
Hamburger Geographen haben im Rahmen einer Weiterbildung die Daten aus dem Standortregister mit Kartenmaterial sowie Informationen aus dem Datenbankangebot von www.gentechnikfreie-regionen.de gekoppelt. Dabei konnten sie nachweisen, dass bei zunehmender Gentechnikfläche in Deutschland und steigender durchschnittlicher Fläche der Gen-Äcker der örtliche Widerstand gentechnikkritischer Bauern entscheidend ist.
Denn: Der Zusammenschluss von gentechnikkritischen Bauern in gentechnikfreien Regionen führt nachweislich zum Zurückziehen von Flächenanmeldungen.

Sender KW Dahme-Oder-Spree

23.02.2007

Radio-Interview im Morgenmagazin

Umweltmedizin aktuell

21.02.2007

Geographisches InformationsSystem Gentechnisch Veränderter Organismen

Landwirtschaftliche Standorte von Gentechnisch Veränderten Organismen können mit einem neuartigen Geographischen Informationssystem (GIS-GVO) flächenscharf verortet werden. A. Seidel, N. Kuhn und P. Rückert werteten dazu das Standortregister des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit aus. Mit dem GIS-GVO ist es ebenfalls möglich, die potenziellen Kontaminationsbereiche von gentechnisch manipulierten landwirtschaftlichen Nutzpflanzen aufzuzeigen. Mit umfangreichem Karten- und Analysematerial werden die aktuelle Situation sowie die Entwicklungstrends der deutschen Gentechnik-Landwirtschaft von 2005 und 2007 veranschaulicht. (…)

ctv-net.org

11/2006

Nationales Kulturerbe
Als die USA 2003 den völkerrechtswidrigen Irakkrieg ausrufen, antworteten Jürgen Schnirch und Andreas Seidel darauf mit dem Aufbau der Zeitgenössischen Berliner Mauer. Bestand die eigentliche Intention des "antiimperialistischen Schutzwalls" noch aus einer gezielten Unterdrückung gen Osten, geriet die "längste Leinwand der Welt" im Westen vermehrt zu einer Touristenattraktion. Der ambivalente, der Berliner Mauer innewohnende Genius loci aus brutalem Terror versus freier Mauerkunst ist die Grundlage für ihre Interpretation als eine einzigartige Projektionsfläche für unzensierbaren Protest gegen alles Undemokratische.
Nachdem Andreas Seidel die "edition faltplatte" mit den Motiven WBS 70 und WHH GT 18/21 erfolgreich mitentwickelt hatte, schien es ihm undenkbar, den Palast der Republik als nächsten Bastelbogen zu realisieren. Stellte die Vermarktung der beiden meistgehassten Architekturtypen aus DDR-Produktion als Nationales Kulturerbe noch eine Provokation par excellence dar, diente der Palast nurmehr dazu, den Trend um die hinterlassenen Errungenschaften der DDR als billige Gewinnmaschinerie zu benutzen.
Die daraufhin von Andreas Seidel gegründete Organisation xzcute.international wird sich in Zukunft verstärkt mit den deutschen Mythen und nationalen Symbolen auseinandersetzen. Ziel von xzcute.international ist es, neue Sichtweisen auf Althergebrachtes zu vermitteln, Eingefahrenes aufzubrechen, neue Bedeutungszusammenhänge zu erschließen und in der Diskussion um das Deutsche Wesen beständig mitzumischen.
xzcute.international präsentiert Ihnen mit der "Zeitgenössische Berliner Mauer" den ersten Stein des Anstoßes zur intellektuellen Herausforderung zwischen Mythos und Wirklichkeit.
Die Berliner Mauer hatte einen sehr ambivalenten, fast widersprüchlichen Charakter, da sie zum einen Ausdruck brutaler Gewalt war, zum anderen aber Freiheiten zuließ. Einerseits war sie bauliche Wirklichkeit von Eingeschlossen- und Ausgesperrtsein und somit Sinnbild des Eisernen Vorhangs. Andererseits provozierte die schier endlose Betonwand auf Ihrer Westseite Parolen, Bemalungen und Graffitis. Sie geriet zur international symbolhaften Projektionsfläche für den spontanen Ausdruck von Phantasie, Wut, Nonsens und Ohnmacht und ging als Längste Leinwand der Welt in die Geschichte ein.
Wie sähe die Berliner Mauer aus, wenn sie heute noch stünde?
xzcute.international überführt die Bedeutung der westlichen Mauerseite als unzensierbare Ausdrucksform künstlerischer Freiheit in einen zeitgenössischen Kontext.

trends&fun

04/2004

Plattenhaus
Die Ostalgie-Welle schwappte vor kurzem über Deutschland und brachte Spreewaldgurken, Goodbye Lenin und jede Menge ultimativer Ostalgie-Shows. Für diejenigen, die nicht genug vom Osten bekommen, gibt es ein Stück Geschichte aus Pappe für zu Hause. Der Architekt Cord Woywodt entwarf zusammen mit Andreas Seidel die Modell-Bastelbögen für verschiedene Plattenbautypen im Maßstab 1:400, über die man unter www.faltplatte.de mehr Informationen bekommt. Wer keine Lust auf Kleben hat, findet unter www.hackbrothers.net einen Plattenbau construction kit und kann sich gleich im Internet seine persönliche "Platte zusammenstellen. Doch auch in Originalgröße sind die Plattenbauten heiß begehrt. In Magdeburg werden die Betonteile abgerissener Plattenbauten weiterverwendet, um daraus neue Häuser, Ackerstraßen oder Mais-Silos zu bauen. Allein bei dem Rückbau eines Hochhauses fallen 10.000 Tonnen Beton an. Durch dieses Recyclingprogramm wird der Beton entsorgt und werden gleichzeitig Materialkosten gespart.

Strange Links

26.12.2003

Seit über einem Jahrzehnt ist unser Heimatland nun wiedervereinigt. Trotz dieser Zeitspanne gibt es immer noch Menschen, die sich die staatliche Zweisamkeit wieder herbeiwünschen. Wer die Mauer nicht nur im Kopf hat, findet hier die Möglichkeit aktiv zu werden. (...)

Berliner Zeitung

18.11.2003

Der Bruderkuss aus Pappe. Für die East Side Gallery im Kleinformat braucht man Schere, Leim, Lineal und ein bisschen Geschick
von Karin Schmidl
"Folgen Sie der Nummerierung. Bringen Sie die Röhre mit einem runden Stift in Form. Sie benötigen außerdem Schere, Lineal und Klebstoff." Wer sich an diese Arbeitsanleitung hält und sich nicht allzu ungeschickt dabei anstellt, kann sich in einer Stunde die Mauer bauen. Klein und fein aus Pappe. Die handliche East Side Gallery für die Schrankwand.
"Die Mauer als Konkursmasse des Ostens gehört trotz oder gerade wegen ihrer einstigen Grausamkeit zum gemeinsamen Kulturerbe, das wollten wir deutlich machen", sagt Andreas Seidel. Vier der bekanntesten Motive aus der East Side Gallery haben er und sein Geschäftsfreund Jürgen Schnirch für ihren Bastelbogen ausgewählt. Die fertigen Pappmäuerchen sind etwa zehn Zentimeter hoch und bestehen jeweils aus sechs Teilen. "Wir haben lange getestet, denn jede Falte muss in Form bleiben, die Ecken dürfen nicht ausfransen und beim Kleben muss alles noch beweglich und trotzdem stabil sein", sagt Andreas Seidel.
Zu den Motiven zählt neben den markanten riesigen "Rundköppen" des Franzosen Thierry Noir auch der Bruderkuss zwischen Erich Honecker und Leonid Breschnew, die von dem Moskauer Maler Dimitrij Vrubel als übergroße Anti-Autoritäten dargestellt wurden. Auch den Test-the-Best-Trabi von Birgit Kindler und die strömenden Menschenmassen des persischen Malers Kani Alavi kann man sich zusammenbasteln. Die vier Bilder sollen nur der Anfang sein. Seidel: "Es wäre toll, wenn es mal eine Edition mit allen East-Side-Gallery-Motiven gibt, aber wir hatten erst mal nicht das Geld dafür." Er hofft nun auf den kommerziellen Erfolg: "Es gibt eine große Bastlerszene, und die Mauer zum Selbermachen ist eine Weltneuheit."
Der gelernte Landschaftsplaner hatte bereits im vergangenen Jahr mit einem anderen Ost-Kulturerbe Aufmerksamkeit erregt: Er entwarf unterschiedliche Plattenbau-Typen als Bastelbogen. Dass sich der gebürtige Wessi Seidel ausschließlich Ost-Objekte aussucht, hat einen Grund: "Die Platte ist viel besser als ihr schlechter Ruf, und die Mauer gehört ebenso zur Geschichte." Seidels erste Bastelmauer war eine Minivariante mit meist politischen Antikriegsparolen. So wie die Mauer auf ihrer Westseite aussehen würde, stünde sie heute noch. Ein Projekt für einen eher ausgesuchten Liebhaberkreis.
Um seine Idee von der East Side Gallery zu verwirklichen, nahm Seidel Kontakt zur Künstlerinitiative auf, die sich um den Erhalt des berühmten Freiluftdenkmals kümmert. Deren Chef Kani Alavi war sofort begeistert: "Wir können gar nicht genug Aufmerksamkeit bekommen, ein großer Teil der Gallery bröckelt nämlich weiter vor sich hin, und Sponsoren sind nicht in Sicht", sagt der Maler. Ein Teil des Verkaufserlöses der Bögen fließt deshalb in den Erhalt des 1,3 Kilometer langen Mauerstücks.
Seidel hat längst neue Ideen für neue Bögen. Zurzeit experimentiert er mit dem Berliner Fernsehturm. Beim Basteln der Kugel gebe es noch ein paar Probleme, sagt er. "Aber es ist machbar."

zitty

24/2003

Ostalgischer Schutzwall
von Antje Kraschinski
Ausschneiden, falten, zusammenkleben - fertig ist ein buntes Stück Berliner Mauer, dessen Original nur 40 Mal größer war. Eigentlich ist das Bastelbuch zur East Side Gallery als Souvenir für Touristen gedacht, das Geld für diedringend notwendige Restaurierung der 1,3 Kilometer langen Bilderwand am Spreeufer in Friedrichshain einbringen soll. Die vier Motive - Bruderkuss, der mauerbrechende Trabbi, wogende Menschenmassen und die bunten Köpfe von Thierry Noir - machen sich aber auch als kleines Privatdenkmal auf dem Schreibtisch ganz gut. Erfinder Andreas Seidel hat mit seinen Modellbögen für Plattenbauten schon Architekten und Designer begeistert, die sich die zigarettenschachtelgroßen Nachbildungen der WBS 70/11 entzückt ins Regal stellten. Jetzt gibt's die passende Mauer dazu, mit bemalter Westseite, grauer Ostseite, Sockelteilen und Mauerrohr - ganz Pappe und echt ostalgisch. (...)

Der Tagesspiegel

09.11.2003

Bruderkuss und Klebstoff. Die Bastelszene entdeckt die Berliner Mauer - und baut sich die East Side Gallery aus Papier
von Andreas Conrad
Zsss, macht das Papiermesser, trennt sauber den "Sockel Ost" aus dem Karton. Zsss, gleitet es am sozialistischen Bruderkuss vorbei. Liebkosungen soll man nicht grob unterbrechen, also aufgepasst, damit das Werkzeug nicht abrutsche, Breschnew das Ohrläppchen kupiere oder Honecker den Hals. Das hätte Dimitrij Vrubel nicht verdient.
Es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann die internationale Bastlerszene, die schon an Absonderlichem wie der Wolfsschanze Hand anlegte, den "sozialistischen Schutzwall" für sich entdeckt, samt Wachturm, Checkpoint, Todesstreifen. Ein Anfang ist jetzt getan, aus freilich ehrenwerten Motiven: ein Bastelbuch, sechs Mauersegmente in Pappversion, im Original gestaltet von vier Malern - ein Teil der East Side Gallery. Mehr ein Kunstprojekt also, mit konservatorischem Anspruch: Ein Teil der Erlöse fließt der Künstlerinitiative East Side Gallery zu.
Vor dem 9. November 1989 war die Verteilung der Mauerfarben klar geregelt: Bunt der Westen, grau der Osten. Aber bald nach dem Tag der Tage begann sich dies zu verschieben: Besonders an der Westseite pickten die Mauerspechte, versessen auf kunterbunte Souvenirs; im Osten griff man zu Farbtopf und Spraydose. Entlang der Mühlenstraße in Friedrichshain wuchsen die Bildwerke binnen weniger Monate zu einem 1,3 Kilometer langen Gesamtkunstwerk zusammen: der East Side Gallery. Eine Zeit lang war das Berlins meistfotografiertes Freiluftmuseum, bis auch hier der Zahn der Zeit und neuzeitliche Vandalen zu nagen begannen. Höchste Zeit also, sich selbst ein Denkmal des Denkmals zu basteln, im handlichen Maßstab 1 : 40.
Vor einem halben Jahr hatte der von der Landschaftsplanung zum Modellbau gewechselte Andreas Seidel eine Mini-Variante der Mauer vorgestellt, wie sie heute wohl aussähe: über und über bedeckt mit amerikakritischer Politkunst (Näheres unter www.xzcute.com). Für das Galeriemäuerchen taten sich Seidel, sein Mitautor Jürgen Schnirch und der Schikkus-Verlag zusammen, die das Bastelbuch über Souvenirshops, etwa am Checkpoint Charlie, im Bahnhof Zoo oder im Ostbahnhof, vertreiben.
Die Motive gehören zu den bekanntesten der East Side Gallery: Vrubels Bruderkuss, Birgit Kinders Trabbi, Thierry Noirs Köpfe und Kani Alavis Version der Maueröffnung. Drei gefalzte, geknickte, gerollte Bauelemente fügen sich zu je einem Mauerelement zusammen, für Fingerfertige nicht gerade eine Herausforderung. Eher vermittelt es einen Eindruck von der Mauermonotonie, dem grauen Einerlei, das sich hinter der Farbe verbarg. Originell, doch der Spaß des Formens reicht an den des Schauens bei weitem nicht heran. (...)

Ostblog

22.10.2003

Die "Zeitgenössische Mauer" als Bastelbogen im Maßstab 1:40 kann man sich bestellen. Die Idee dahinter: Wie sähe die Berliner Mauer aus, wenn sie heute noch stünde? Die Wiederverwertung nationaler Mythen und Symbole ergibt das "Neue Deutsche Kulturerbe"

Berliner Morgenpost

13.08.2003

Mauersprünge der Geschichte
Von Eckhard Fuhr
Zugeschaut und mitgebaut - in Berliner Souveniershops findet sich für 4,95 Euro auch die Mauer als Faltbogen zum Basteln. Die Motive sind nicht der Realität abgeschaut. Die Organisation xzcute.international will sich in den Schnittbögen im Maßstab 1:40 mit deutschen Mythen und nationalen Symbolen auseinander setzen.

die tageszeitung

08.08.2003

Die Berliner Mauer zum Ausschneiden.

Hannoversche Zeitung

08/2003

Berliner Mauer für Pappnasen
Von Melanie Stanszus
Wie sähe die Berliner Mauer aus, wenn sie heute noch stünde? Das hat sich Andreas Seidel gefragt. Und als Antwort hat er acht verschieden bedruckte Bastelbögen entworfen: einen mit "No War"-Print, einen mit Bush und Blair in inniger Umarmung, einen mit der "Blöd"-Zeitung. Die Minimauer im Maßstab 1:40 kann man sich als eigene kleine Meinungsfläche dann ins Zimmer stellen. Und zum Tag der deutschen Einheit feierlich wieder abreißen.

Scheinriese

03.07.2003

Wir basteln uns ein totalitäres System
Von Werner Presber
Was brauchen wir? Eine Mauer! Wo kriegen wir die? Amerika? Geht nicht! Wenn wir die Grenze zwischen Amerika und Mexiko abreissen werden die Amerikaner ganz doll böse. Deutschland? Das Original hat Birne kaputt gemacht. Das ist doof! Denkt nur an sich! Es gibt aber einen Bastelbogen für fast geschenkt. xzcute hat die Mauer im Angebot.

museumsinselberlin

15.06.2003

Mauer aus Pappe - garniert mit Mauerkunst
Die "Zeitgenössische Berliner Mauer" ist das Thema des skuril-originellen Bastelbogenprojektes (...). Die Idee: Bastelbögen aus Karton lassen sich mittels Klebstoff und einigem Geschick zu einer "Zeitgenössischen Berliner Mauer" zusammenbauen. Abweichend vom historischen Original (in diesem Falle die Graffitis auf Westseite), wurde aktuelle "Mauerkunst" für die Bögen kreiert. Erste Reaktionen lassen die Macher überlegen, ob sie nicht doch historische Mauergraffitis auf den Bastelbögen verarbeiten sollten.

e'journal new york

12.06.2003

Berlin Wall in the bedroom?
And the New York City tour for my euro friends continues. They seem to know more about it than I do and the neverending lists of places yet to visit scare the hell out of me! Thank gods most of them are only kewl places. Friends are always a source of interior design inspiration. Berlin Wall, anyone? So if you have a sentiment for the Berlin Wall's political slogans (but not the wall itself I hope), go get your own right over here (...).

berlin-bookmarks

28.05.2003

Was wäre, wenn die Berliner Mauer heute noch stünde? Kreative würden sie mit aktueller Mauerkunst bemalen. xzcute.international von Andreas Seidel präsentiert als Weltneuheit exclusiv Mauer-Bastelbögen mit zeitgenössischen polit-art-Motiven im Maßstab 1:40. xzcute.international verwirrt durch gezielte Manipulationen an den nationalen Mythen. (...)

Die Welt

05.05.2003

Hellersdorfer Barock - Der diskrete Charme des Sozialismus: Warum Plattenbauten hip sind
von Hendrik Werner
Dem Volksmund galten sie als "Arbeiterschließfächer", der Dramatiker Heiner Müller schmähte sie als "Fickzellen mit Fernheizung". Doch ungeachtet aller Anfeindungen und politischen Zeitläufte haben sich Plattenbauwohnungen auch nach der Wende und trotz etlicher Abriss- und Rückbaubegehrlichkeiten behauptet. Mehr noch: Als architektonische Relikte des real versagenden Sozialismus genießen sie mancherorts gar Kultstatus - auch unter Künstlern.
Nachdem ein Hellersdorfer Wohnungsbaugesellschaftsfunktionär vor zwei Jahren Sightseeing-Touren durch den einst verfemten Ostberliner Neubaugürtel anbot, schien es nur eine Frage der Zeit, bis die Platte für junge Leute konsensfähig, sprich: hip werden würde. Architekten, Maler und bildende Künstler entdeckten den diskreten Charme des Sozialismus, der in privilegierten Objekten gar für ateliertaugliche Maisonette-Mehrraumwohnungen gesorgt hatte. Etwa jene 50 Künstler, die im Herbst 2002 einen Hellersdorfer Elfgeschosser für drei Monate in einen ironisch dekorierten Happening-Wolkenkratzer ummodelten. Als dann anno 2002 auch noch eine so genannte Faltplatte auf den Markt kam, die Hobbybastlern in 400-facher Verkleinerung zwei besonders gängige Behausungstypen zum Ausschneiden und Zusammenleimen darbot, war ruchbar, dass es Schließfächer zu ostalgischen Ehren bringen können.

Hochparterre

05/2003

Mauer statt Platte
“Schade, dass die Berliner Mauer nicht mehr steht”, schreiben die Berliner Künstler Andreas Seidel und Jürgen Schnirch provokativ. Nicht, dass sie den Völker trennenden Eisernen Vorhang zurückhaben möchten: “Gut, dass die Berliner Mauer geschleift wurde”, beruhigen sie gleich. Doch die beiden vermissen – auch mit Blick auf den Krieg im Irak – eine “international so symbolhafte Projektionsfläche für den spontanen Ausdruck von Protest, Wut, Verzweiflung und Ohnmacht”, wie es einst die Berliner Mauer war. Um diesem Manko entgegenzuwirken, bieten sie Mauer-Bastelbögen “für den Hausgebrauch” an. Andreas Seidel, der Mit-Autor der Faltplatte (HP 12/02), sagt: “Faltplatte war vorgestern. Derzeit stehen dringendere Bauvorhaben auf der Tagesordnung.”

BuchMarkt

05/2003

von Susanna Wengeler
Was wäre, wenn die Berliner Mauer heute noch stünde? Diese Frage haben sich Andreas Seidel und Jürgen Schnirch vom Projekt xzcute in Berlin gestellt. Ihre Vision ist jetzt als Modellbogen im Format 1:40 in vier Sets zu je zwei Motiven im Vierfarbendruck erhältlich – die Westseite mit Anti-Bush- und anderen Graffitis versehen, die Ostseite grau. Das Verkaufsformat ist Din-A4, die Bögen sind im transparenten Flachbeutel verpackt und mit einem Pappreiter versehen. (...)

scheinschlag

04/2003

Mörteln
Daß irgendjemand aus irgendeinem Grund die Mauer wieder zurückhaben will, ist häufig in Ost wie West zu hören. Nun gibt es die Möglichkeit, die Lust an der Geschichtsrevision spielerisch auszuleben. Nach der “Faltplatte” gibt es jetzt auch die Faltmauer. Andreas Seidel und Jürgen Schnirch haben vier Bausätze, erhältlich zum Preis von jeweils 4,95 Euro, für eine “zeitgenössische Berliner Mauer” im Maßstab 1:40 kreiert. Zeitgenössisch deshalb, weil die auf der westlichen Mauerseite gepflegte Graffiti- und Protestkultur ins Heute verlängert wird. So zeigt ein Mauerteil “No War”-Protest mit den Visagen von Bush und Blair, während sich auf einem anderen Segment fiktiver Protest gegen die korrupten Herren von der Berliner Bankgesellschafrt regt.

tip

09/2003

Mauer falten
von Britta Geithe
Früher gab es Mauerstückchen zu kaufen – heute die gesamte Berliner Mauer. Und zwar aus Pappe, zum Zusammenfalten und -kleben. Und wie im Original, so ist auch im Faltmodell die Ostseite grau und die Westseite bunt bemalt – jedoch mit aktuellen Ant-Kriegssymbolen und Graffitti. Andreas Seidel (Foto) und Jürgen Schnirch von xzcute.international entwarfen die vier Berliner Mauer-Modellsets in limitierter Auflage. Als Bücherstützen sind sie nicht geeignet, wohl aber “als symbolischer Protest gegen alles Undemokratische”, so die beiden Faltexperten. Also weg mit den Friedenbettlaken. Nun kann die Pappmauer ins Fenster gestellt werden.

Der Tagesspiegel

19.04.2003

Pappkarton der Republik - Vor der Asbestsanierung: Honeckers Palast zum Selberkleben
von Andreas Conrad
(...) Auch die Mauer zum Selberbauen gibt es neuerdings, allerdings nicht originalgetreu, sondern als amerikakritische Politkunst mit Bush-Motiven. Näheres unter www.xzcute.com

dpa

17.04.2003

Ostalgie und kein Ende: Die Mauer als Bastelbogen
Die Ostalgie nimmt kein Ende. Nach dem Plattenbau und dem Palast der Republik gibt es jetzt auch die Mauer als Bastelbogen. Allerdings aus heutiger Sicht: Der Berliner Künstler Andreas Seidel (39) hat auf den Bögen US-Präsident George W. Bush abgebildet. Für ihn ist die Pappmauer kein Kommerz, sondern ein Stück Amerika-Kritik: “Das ist Politart”, meint Seidel. Die Mauer im Maßstab 1:40 kostet 4,95 Euro pro Stück, mit vier Teilen ist sie komplett. Für Seidel, der aus der Frankfurter Sponti-Szene kommt, war die Westseite seinerzeit die “längste Leinwand der Welt”, eine “unzensierbare künstlerische Projektionsfläche”. Zugleich ist er froh, dass die Mauer nicht mehr da ist. Seidel kann auch verstehen, wenn einige das Pappmodell nicht lustig finden. “Ich hab' auch schon negative Reaktionen bekommen.” Da sage noch einer (wie einst Walter Ulbricht), niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen”, so der Kommentar des Stadtmagazins ‚Zitty‘. Die nostalgische Rückschau auf den Sozialismus hat, durch den Kinohit “Good Bye, Lenin!” verstärkt, derzeit Konjunktur - von Trabi-Safaris, über Plattenbau-Kartenspiele bis hin zu Plänen, der DDR einen Themenpark zu widmen. (Internet: Pappmauer www.xzcute.com)

zitty

09/2003

Alles nur Pappe
von Navid Anderson
Sie ist wieder da: Die Berliner Mauer. Und nicht nur das. Die Neuauflage aus Pappe im Maßstab 1:40 mag zwar etwas kleiner und weniger standhaft als ihre Vorgängerin sein, wird sich aber bestimmt einer größeren Schar an Sympathisanten erfreuen können. Die Mauer samt ihrer liebevoll und detailliert gestalteten Graffiti mit politischer Botschaft bedienen nämlich gleich zwei Bedürfnisse: in Nostalgie baden und politischen Protest äußern – das alles mit dem geringst möglichen Aufwand. Einfach ausschneiden, zusammenkleben und fertig. Geht es nach dem Erfinder, Ex-Gartenbaukünstler Andreas Seidel, wird die Pappmauer sogar ein Exportschlager. Dann können selbst Provinzen wie London, Paris oder Moskau endlich mit Berlin gleichziehen. Da sage noch einer (wie einst Walter Ulbricht), niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen.

Het Parool

04.04.2003

De Muur herbouwen of masturberen tegen oorlog
Hans Verbeek
Berlijn - Een 'provocerend bedoeld' pleidooi om de Berlijnse Muur weer neer te zetten, is de jongste van een reeks ludieke acties in Duitsland tegen de oorlog in Irak. De Berlijnse conceptueel kunstenaar Andreas Seidel zegt de Muur in deze dagen te missen: "Als de Muur er nog stond, zou men die nu volspuiten met graffiti tegen de oorlog." Om alsnog in deze klaarblijkelijke behoefte te voorzien, heeft Seidel vier kartonnen bouwplaten ontworpen, waarmee je segmenten van de Muur op een schaal van 1:40 in elkaar kan knutselen. Daarop zijn leuzen tegen Bush gekalkt, precies zoals het eruitzag toen de echte Muur er nog was. (...)

prorchitectura

02/2003

Wenn es um Plattenbauten geht, scheiden sich oft die Geister. Die einen sehen diese als Schandfleck, für die anderen erreichten sie Kultstatus. Bei der ,,Faltplatte" werden aber wohl alle der gleichen Meinung sein. Nachdem bereits Bücher und ein Kartenspiel erschien sind, gibt es nun diese oft verpönten Gebäude als DIN A4 großen Bastelbogen. Die Idee zu den Pappminiaturen stammt von Architekten Cord Woywodt und Landschaftsplaner Andreas Seidel. Als Papierbausatz sind bis jetzt neben den zwei Wohnplatten WHH GT 18/21 und WBS 70/11 auch noch der Palast der Republik erhältlich. Für ausgesprochene Tüftler bieten Woywodt und Seidel die Vorlagen auch in Postkartengröße an.

Stuttgarter Nachrichten

07.02.2003

DDR-Hochhäuser, MieterparkplätzeTipps und Trends
Diese Platte ist (nicht) von Pappe: Zwei Berliner haben die DDR-Hochhäuser als Faltmodell zum Nachbauen entworfen. Im Maßstab 1:400 sehen die Souvenirs fast genauso aus wie die echten Plattenbauten im Osten der Republik. Ursprünglich wurde die Edition zum Tag der Deutschen Einheit aufgelegt, nun suchen die Macher weiter nach "Erlebnissen und Hinweisen zum historischen Modellbau". (...)

Cellesche Zeitung

01.02.2003

“Ostalgie” in reinster Form
von Michael Ende
Als es den aus Celle stammenden Architekten Cord Woywodt nach Berlin zog, hatte er sich nicht träumen lassen, dass er eines Tages "Platte machen" würde. Jetzt ist er soweit. Das heißt allerdings nicht, dass er an der Spree als Obdachloser auf den Hund gekommen wäre. Woywodt ist auf die 08/15-Plattenarchitektur von Honecker und Co. gekommen: Er vertreibt sie als Papp-Bastelmodelle im Maßstab 1:400. Auf die Idee verfielen Woywodt und sein Kompagnon der Landschaftsplaner Andreas Seidel, als in der Bundeshauptstadt die Auftragslage für Bauvorhaben im Maßstab 1:1 schlechter wurde. Der Architekt schaut aus seiner Bleibe jeden Morgen auf einen Plattenbau, dessen Tristesse ihn inspirierte. Wenn er diesen Bau schon nicht sanieren durfte, so dachte er sich, dann wollte er dem grauen Klotz und seinen Artgenossen wenigstens ein Denkmal setzen, um, so Woywodt, "auch ein Stück deutscher Kultur am Leben zu erhalten." Der Zeitpunkt war gut gewählt, denn die "Original-Platte" wird jetzt entweder ganz platt gemacht oder durch Umbauten so modernisiert, dass ihr geometrisches Antlitz für nostalgische Puristen entstellt wirkt. Diese Manifestation des sozialistischen Bauwillens, die heute als Menetekel des Mittel-maßes, in dem die hehren Träume der DDR versanken, wirken, galten zu den Zeiten Ihrer Entstehung als Errungenschaft der Arbeiterklasse. Frank Schobel, DDR-Schlager-Barde und selbst Plattenbaubewohner, sang mit Neubau-Kindern "Komm, wir malen eine Sonne auf den grauen Pflasterstein". Der Kult, um die "Platte", der sich schon im real existierenden Sozialismus abzeichnete, erfährt heute ein ungeahntes Crescendo: "Ostalgie" ist in; folglich auch die grauen Riesen, die in Beton gegossenen Stützpfeiler der sozialistischen Ideologie. Viele - besonders jene, die nicht in diesen "Arbeiterschließfächern" wohnen "durften" - finden sie heute "einfach putzig". (...)

dpa

09.01.2003

Marzahn im Mini-Format
Zwei Berliner haben die DDR-Hochhäuser als Faltmodell zum Nachbauen entworfen.
Diese Platte ist (nicht) von Pappe: Zwei Berliner haben DDR-Hochhäuser als Faltmodell zum Nachbauen entworfen. Im Maßstab 1:400 sehen die Souvenirs fast genauso aus wie die echten Plattenbauten im Osten der Republik. Ursprünglich wurde die Edition zum Tag der Deutschen Einheit aufgelegt, nun suchen die Macher weiter nach "Erlebnissen und Hinweisen zum historischen Modellbau". Wer nicht zu Schere und Kleber greifen will, findet in den Andenkenläden rund um den Check-Point Charlie auch ein Plattenbau-Quartett - ein Kartenspiel mit (post-)sozialistischem Charme.

Hochparterre

12/2002

Platten falten
"Faltplatte" heissen die Modellbögen, die Cord Woywodt und Andreas Seidel aus Berlin kreiert haben. Aus ihnen können auch wenig geübte Bastler die DDR-Plattenbauten aus der Wohnbauserie WBS 70/11 und das Hochhauspaar WHH GT 18/21 nachbauen. Acht Postkarten, sechs davon sind verkleinerte Modellbogen, ergänzen das Sortiment von "Faltplatte". Die Bastelbögen und Postkarten können in spezialisierten Buchhandlungen oder direkt bei den Herstellern gekauft werden.

Blitz Stadtmagazin

12/2002

Zum Bauen
Es ging bereits durch die einschlägigen Zeitschriften der Berliner Republik: Seit kurzem gibt es die DDR-Plattenbauten zum Selberbauen. Nicht in Originalgröße, solche Baugrundstücke bekommt Ihr ja gar nicht! Nein, niedlich klein und aus Pappe für zuhause. Die beiden Berliner Cord Woywodt und Andreas Seidel haben die Bastelbogen entwickelt, mit deren Hilfe Ihr Neubau-Blöcke oder ganze -Viertel aufstellen könnt. Ihr müßt lediglich ein wenig falten. Wir finden das witzig und verlosen zehn Plattenbauten für Heimwerker, Kennwort: Faltplatte.

deutsche bauzeitung

12/2002

6 Plattenfalter
Im Osten der Republik wird die "Platte" mancherorts radikal platt gemacht. Nicht weil sie zum Wohnen nicht getaugt hätte, sondern weil nach der Völkerwanderung gen Westen zu viele der einst so beliebten Plattenbauten leer stehen. Wer wie ich als Nachkriegskind mit Schlagworten wie "Baut auf!" (Ost) und "Wiederaufbau" (West) groß geworden ist, tut sich schwer mit der neudeutsch euphemistischen Vokabel "Rückbau" - schließlich bedeutet das nichts anderes als Abriss. Wir möchten Sie - nach Aufbau und Rückbau - zum Wiederaufbau einladen. Im Maßstab 1:400 dürfen Sie der "Platte" ein Denkmal setzen. "Wer will kann sich jetzt seine eigene Platte falten" sagt der Architekt Cord Woywodt, der zusammen mit dem Landschaftsplaner Andreas Seidel verschiedene Bastelbögen des elfgeschossigen Plattenbautyps WBS 70 (und die 18- bis 21geschossigen Varianten WHH 18/21) entwickelt hat. Mehr noch: Wenn Sie eine genügend große Anzahl Bastelbögen ordern können Sie ganze Siedlungen aus Papier wieder erstehen lassen. Das einzige was fehlt ist die "Pappe" vorm Haus (für Wessis: der Trabant). So viel beschaulicher Wiederaufbau ist doch für die kommenden Weihnachtsfeiertage ganz genau das Richtige. Das lenkt ein wenig von der nicht ganz so rosigen Situation am Bau ab. Think positive! (...)

Berliner Zeitung

05.12.2002

Kultobjekt - Trotz Abriss: Die Platte lebt - als Minihaus zum Selberbauen
von Marcel Gäding
Etwa acht bis neun Monate wird der Abriss des Marzahner Doppelhochhauses dauern. Cord Woywodt und Andreas Seidel brauchen eine Stunde, um es wieder aufzubauen. Oder besser: zu basteln. Denn ihre Platte besteht aus Pappe und passt auf jeden Wohnzimmertisch. Erinnerung an jene Zeit, als es im Osten der Republik nichts Schöneres gab, als in einer Neubauwohnung zu leben. Der Architekt und der Landschaftsplaner aus Prenzlauer Berg sind die Erfinder der Faltplatte. Die gibt es im Maßstab 1:400 und in zwei Typen - als WBS 70 mit elf Geschossen oder als Wohnhochhaus mit 18 und 21 Geschossen. Wie das in der Marchwitzastraße. Als Vorbild dienten Häuser aus der Marzahner Kienbergstraße. Unsaniert. Die Fassaden schmucklos und grau. Details zu Etagenhöhen oder Giebelgrößen entnahmen sie ihrem eigenen Archiv. Dort liegen etliche Plane von Plattenbauten, die Cord Woywodt nach der Wende vor dem Reißwolf rettete.
Auf die Idee mit der Faltplatte kamen Woywodt und Seidel, als die Aufträge fur Bauprojekte spärlicher wurden. Warum, sagten sie sich, soll man sich nicht anderweitig mit Architektur beschaftigen? Es gab bereits ein Plattenbau-Kartenspiel. Doch einen Bastelbogen für Plattenbauten hatte noch keiner erfunden. Die Faltplatte, sagen die beiden, ist ihre Art der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Thema Platte. Selbst haben sie nie in der Platte gewohnt. "Ich kann mir aber gut vorstellen, in einem Plattenbau zu leben", sagt Woywodt. Für ihn, den Architekten, sind Plattenbauten nationales Kulturerbe, ein Stück Bauge-schichte. "Solche Häuser kann man doch nicht einfach so abreißen." Mit ihrer Faltplatte wollen Woywodt und Seidel eine Botschaft verbreiten. Nicht die Platte ist das eigentliche Problem. “Es sind die fehlenden Freiräume zwischen den Häusern”, sagt Andreas Seidel. Die Platte an sich sei nicht mehr wegzudenken. Und: Weil es in der Innenstadt immer enger wird, könnten Plattenbausiedlungen bald gefragte Gegenden sein.
Die erste Auflage,der Faltplatte ist so gut wie vergriffen, die zweite bereits gedruckt. Ar-chitekten und Designer bestellen sie. Museumsshops, Fachbuchhandlungen und Szeneläden haben sie in ihr Sortiment genommen. Doch neben dem Fachpublikum interessieren sich vor allem Berlin-Besucher für den Bastelbogen. "Wir haben beobachtet, dass Touristen gern die Faltplatte als Mitbringsel mitnehmen", sagt Cord Woywodt. Mittlerweile kreieren die beiden ein neues Projekt. In zehn Tagen soll der Palast der Republik erscheinen. Zum Basteln und aus Pappe.

Schädelspalter

12/2002

Kultobjekt Eigenbau
Pünktlich zum Tag der Deutschen Einheit präsentierten die Macher der edition faltplatte ein ganz besonderes Schmankerl für Freunde echter OstKultur: den Plattenbau zum Sel-berbasteln. Kein unnötiger Schnickschnack lenkt das Auge des Betrachters von dem kleinen Kunstwerk im Maßstab 1:400 ab. Gerade Linien und ein klares, zurückhaltendes Design bestimmen das Bild der Häuser, in denen ungefähr ein Viertel der Gesamtbevölkerung der DDR ihr Leben verbrachte. Wer schon Schere, Lineal und Klebstoff herauskramt, um sich auf den Bau des Wohnhochhauspaares WHH GT 18/21 vorzubereiten, sollte sich lieber erst mal darum bemühen, eine der seltenen Mini-Reproduktionen an Land zu ziehen. Die sind nämlich nur in einer 1.000er Auflage erschienen. Der SPALTER hat ein paar Exemplare für Euch ergattert. sab

tip

21.11.2002

Pappplatte
von Britta Geithe
Überholen, ohne einzuholen. Sie galt als die Errungenschaft des Sozialismus: die Platte. Heute steht so mancher 11- oder 21-Geschosser leer und wird abgerissen. Aber irgendwie sind die Betonsilos mit den gefliesten Blumenmustern, geometrischen Fassadenele menten und den tapezierten Fluren auch trendy. Zum Beispiel als Plattenbauquartett. Und, jetzt neu, als Bastelvorlage für die Hochhauser WBS 70 und WHH im Maßstab von 1:400. Mit mehreren Pappplattenbögen lasst sich locker die eigene Satellitenstadt zusammenkleben. Entwickelt haben die Faltplatte der Architekt Cord Woywodt (Foto) und der Landschaftsplaner Andreas Seidel. Und sie machen weiter. Kurz vor Weihnachten stellen sie ihr nächstes Projekt zum Selberfalzen vor.

Welt am Sonntag

11.11.2002

Kalte Platten aus der Hauptstadt - Die Architektur der ungeliebten Ostberliner Neubaugürtel zwischen Abriss und Kult
von Michael Pilz
Die Familie zog aus ihrem Haus mit Garten in den eindrucksvollen 30 Meter hohen Neubau QP71. Platte, quer, entworfen 1971 für das Wohnungsbauprogramm der DDR. Drei helle Räume gab es, die noch lange nach Zement und Kleister rochen. In der Küche waren Kunststoffschränke installiert. Da freute sich der Vater, dass er keine Kohlenruß-Verpuffungen im Heizungskeller mehr befürchten musste. Mutter war die Gartenpflege leid und planzte am Balkon Geranien. Und das Kind erlebte auf der Großbaustelle vor der Haustür Abenteuer. Es schloss Bagger kurz, bewies beim Pinkeln in die Dunkelheit der Umspann-Häuschen Mut oder formte Kunstwerke aus frischem Fensterkitt. Wobei die Lösungsmitteldämpfe selbst die ärgsten Rüpel freundlich stimmten, diese gab es dort schon immer in besonders reicher Zahl.
Noch in den frühen 70-er Jahren waren viele froh, im Plattenbau zu leben. Das ließ in den 80-er Jahren deutlich nach. Am Schluss verlor sich das Vergnügen in der Regel völlig. Die Familie zog noch vor dem Mauerfall in einen Bungalow mit Garten. Gerne überließ sie die bald arg verkommenen Siedlungen Nostalgikern oder sozial Gefährdeten. Die Straßen übernahmen kahlköpfige junge Männer. Und die Rathäuser der Plattenbau-Bezirke übernahm die PDS in ihrem neuen Stammland.
Wer in Buchläden nun auf die Bastelbögen von Cord Woywodt stößt und selbst den Ansehensverlust des Plattenbaus erlitten hat, ist reichlich irritiert. Der Architekt aus Celle gibt die "Faltplatte" heraus. 400fach verkleinert, lassen sich die Typen WBS 70 und GT 18/21 ausschneiden, zusammenleimen und daheim in die Vitrine stellen. Das verlangt naturgemäß nicht allzu viel Geschick. Es widerspricht also dem Ehrgeiz jedes Bastlers, grau bedruckte Quader herzustellen. Das, sagt Woywodt, sei der Witz der Sache. Das Genormte, Nüchterne und Schlichte habe ja der Platte ihren schlechten Ruf beschert.
Was Platten-Veteranen aber eigentlich verwirrt, ist dieser Schick des Schauers, ein gewisser Kult. Der äußert sich verstärkt im Bastelbogen "Faltplatte". Oder im Kartenspiel "Plattenbauten – Berliner Betonerzeugnisse". Oder in zahlreichen Berliner Platten (!), in Elektro-Pop-CDs, die auf den Hüllen die kühle Langeweile gern durch Betonfassaden unterstreichen. Es gibt Kinofilme wie "alaska.de", in dem Marzahn als hoffnungsfernes Jugendghetto abgebildet wird. Oder wie "Halbe Treppe", wo die Plattenbauten in Frankfurt an der Oder von der Wärme proletarischer Geselligkeit vibrieren.
Das hat alles mit dem Sog Berlins zu tun. Und mit dem Eifer, diese Metropole von den Herkunftsorten jedes Neuberliners abzuheben. Denn in Wahrheit stellt die Stadt sich so beschaulich dar wie München-Schwabing (Prenzlauer Berg), Konstanz (Köpenick) oder Stuttgart (Spandau). Deshalb wird sie unwirtlicher, rauher, ostiger und den Zurückgebliebenen schockierender gezeigt, als sie es wirklich ist. Durch kyrillische Schriftzeichen, durch Bilder unsanierter Plattenbauten: Weite, Anonymität, schneidende Winde, desillusionierte Eingeborene und Kaufhallen voll Büchsenbier und Hackepeter.
Erst vor kurzem zogen 50 Künstler wieder aus dem Hellersdorfer Elfgeschosser aus, den sie drei Monate bewohnen durften. "Dostoprimeltschatelnosti" (Russisch für Sehenswürdigkeiten) hieß das Kunstprojekt. Die Künstler dübelten an der Fassade das Schild "Heimat" an. Den elften Stock beleuchteten sie rot und nannten ihn ironisch „Love Hotel“. Ob ihnen Heiner Müller als bewährter Plattenbaubewohner und sein Bonmot "Fickzellen mit Fernwärmeanschluss" geläufig waren, konnte nicht ermittelt werden. a, der Mensch hinter der Platte pflegt seit jeher eine tiefe Hassliebe zu seiner Unterkunft. Im übrigen: Ein echter Plattenmieter sagt nicht "Platte", er sagt "Neubauwohnung". Davon steht mehr als ein Zehntel bereits leer im Ostberliner Siedlungsgürtel. Und in Kürze wird der erste GT 18/21 in Marzahn zurückgebaut, prosaisch: abgerissen. Wenn sich die Berliner Szene nicht beeilt auf ihrer Flucht vor Trittbrettfahrern und Touristen, auf dem Weg von Mitte über Friedrichshain und Lichtenberg nach Hellersdorf, Marzahn und Kaulsdorf-Nord, wird einiges von ihren neuen Lieblingsoberflächen weggesprengt und abgetragen.
Beides, Kult und Rückbauwut, verdanken sich dem schlechten Ruf der Platte. Der entstand mit der tatsächlichen Tristesse in der DDR. Die Neubausiedlungen wurden zum Sinnbild ihres Niedergangs. Nicht zufällig waren Familien froh und voller Hoffnung, als sie in den frühen 70-ern die Wohnungen bezogen: Ulbricht lag im Sterben, Honecker galt als Reformer. Lug und Trug, Ernüchterung und Flucht ins Grüne oder Trost im Altbau wurden in die zweite Hälfte des Jahrzehnts verschoben. Dies ist keine Nostalgie: Das Volk trug trotz der angeratenen Skepsis Schlaghosen mit Blumen, und die Sonne schien über das Wohnungsbauprogramm. Die Kinder spielten in den zweckentfremdeten und farbenfroh lackierten Abwassersegmenten. Und Frank Schöbel, Schlagerstern der DDR und Plattenbaubewohner, sang mit Neubaukindern "Komm wir malen eine Sonne auf den grauen Pflasterstein". Es wohnten Künstler, Bonzen, Stasi-Offiziere, Arbeiter, und Intellektuelle oft im selben Block. Verantwortliche Architekten sprachen vom Typ Gartenstadt. Im Unterschied zu Arbeiterschließfächern und Trabantenstädten in erklärtermaßen üblen Großstädten des Westens.
Diese nicht ganz falsche aber immer heftig übertriebene Idylle war die Ursache des ersten Argwohns. Auch für den verdienten Exodus der 80-er und 90-er Jahre aus der Platte. Schließlich für die Platte, wie sie nun gesehen wird: Sie ist urbanes Sorgenkind, vernachlässigt und abrissreif; sie gilt als Filmkulisse, schriller Pop-Mythos und Kultobjekt. Zum Staunen und Entsetzen, Spielen oder Basteln.
Cord Woywodt, Andreas Seidel: Faltplatte WBS 70/11, 3 Bögen 4,90 Euro; Faltplatte WHH GT 18/21, 2 Bögen, 3,90 Euro.

Der Tagesspiegel

04.11.2002

Platt gemacht - Cord Woywodt und Andreas Seidel setzen dem normierten DDR-Wohnungsbau ein Denkmal aus Papier
von Steffi Bey
So platt war die Platte noch nie, auch nicht so handlich und so biegsam. Da ist von Giebel- und Winkelsegmenten die Rede, von Dachaufsätzen und Doppelobjekten. Und alles auf ein paar Bögen Pappe. Eine Platte zum Falten eben - oder wie die beiden Erfinder des ungewöhnlichen Bastelbogens es nennen: die "Faltplatte". Architekt Cord Woywodt und Landschaftsplaner Andreas Seidel haben die Miniaturplatte kreiert. "Wer will, kann sich jetzt seine eigene Platte falten", freut sich der 38jährige Woywodt. Aber wer will das schon? Bestimmt niemand, der in den oft gescholtenen Wohnungen lebt. Stattdessen interessieren sich Grafiker, Architekten, Stadtplaner und vor allem Touristen für die Bastelbögen, die zum diesjährigen Tag der Deutschen Einheit auf dem Markt gekommen sind. Von den 1000 gedruckten Exemplaren der ersten Auflage ist schon die Hälfte verkauft. Ungefähr eineinhalb Stunden braucht man, sagt Woywodt, um sich eine Wohnanlange aus sechs einzelnen Gebäuden zu basteln. Die Serie umfasst den in der DDR am häufigsten gebauten Plattentyp WBS 70 mit elf Etagen und ein Doppelhochhaus mit 18 und 21 Geschossen. "Es sind die bekanntesten Vertreter dieser Bauweise", erklärt der Architekt. Die Idee für die gedruckten Bögen mit den eintönig, bräunlichen Fassaden entstand mehr oder weniger zufällig. Seit Jahren verfolgen Seidel und Woywodt die Diskussionen zum Umgang mit DDR-Plattenbauten. Aber beide finden das, was inzwischen aus den Betonsilos geworden ist, "nicht gerade optimal", formuliert Cord Woywodt vorsichtig. Aus seiner Sicht sollte nach einer Sanierung auch noch die besondere Struktur eines Hauses erkennbar sein. Mit ihren Bastelbögen wollen sich die beiden jungen Männer jetzt einmischen. "Vielleicht entdeckt der eine oder andere Fachmann auf spielerische Weise ganz neue Aspekte im Umgang mit diesen Bauwerken", hofft Andreas Seidel. Woywodt will die Platte mit dem Bastelbogen auch als "ein Stück deutscher Kultur" am Leben erhalten. Ein halbes Jahr lang hat es gedauert, bis die mehr als 30 Meter hohen Bauten im Maßstab 1:400 auf Papier gebracht waren. Immer wieder wurden Faltwinkel und Module verändert. Fasziniert sind die beiden Tüftler von der "herausragenden Präsenz dieser Bauwerke". Als Vorbild diente ein Stadtviertel in Marzahn an der Kienbergstraße. Sie haben sich für die unsanierte Variante entschieden, um das Ursprüngliche zu zeigen. Ganz nebenbei erhoffen sich Seidel und Woywodt von ihren originellen Blöcken neue Auftrage. Bislang war der Architekt mit der Sanierung von Altbauten beschäftigt, könnte sich aber auch ein Plattenbau-Projekt vorstellen. Ein paar Bastelbögen stapeln sich übrigens in der Wohnungsbaugesellschaft Marzahn. Die Sprecherin des Unternehmens, Erika Kröber, hält die Pappvorlagen für eine lustige Idee. "Wir werden sie Geldgebern von außerhalb schenken, die wenig Vorstellung von der Platte haben." Seidel und Woywodt entwickeln bereits die nächste "Faltplatte" zur Marktreife. Mehr wollen sie aber noch nicht verraten. Eine Mini-Plattenbaulandschaft mit mehreren Wohngebäuden und einer Kaufhalle ist schon jetzt im Fenster ihrer Büros in Prenzlauer Berg zu sehen. Die "Faltplatte" gibt es in Buch- und Geschenkeläden.

zitty

21/2002

Plattenrevival
Lange wurde die Platte geschmäht und maximal im Zusammenspiel mit einer Abrissbirne als sinnvoll empfunden. Nachdem im letzten Jahr bereits ein Plattenbautenkartenspiel auf den Markt kam, erleben die grauen Giganten nun dreidimensional und pünktlich zum Tag der Deutschen Einheit ihre Wiederauferstehung: Zwei verschiedene Kartonmodellbögen erlauben auch dem mäßig begabten Heimbastler die Errichtung einer Plattensiedlung in Rekordzeit, allerdings im Maßstab 1:400./fam

die tageszeitung

26.05.1990

POTSDAMER PLATZ: (K)EINER WILL DEN STERN - BerlinerInnen und TouristInnen haben ganz andere Ideen für den Potsdamer Platz / StudentInnen starteten kreative Umfrage
von Sigrid Bellack
Nabel der Welt. Du stehst bis zum Hals im Wasser des Freibades, schlürfst deinen Campari, blickst rechts auf eine Obstwiese im Naturpark. Links von deinem träumenden Auge befindet sich öde und leer der Rest des ehemals gänzlich brachliegenden Potsdamer Platzes - freigehalten als "Gegenstand permanenter Planung".
Utopische Vorstellungen, nichtrepräsentativ, gleichwohl ein Querschnitt aus Hunderten von Gesprächen, die Studenten der Landschaftsplanung von Technischer Fachhochschule (TFH) und Universität (TU) seit einigen Tagen am Potsdamer Platz mit Passanten geführt haben. Sie verstehen ihr dort aufgebautes grünes Zelt als "Internationales Forum der Kritik und Kreativität"; entsprechend international sind die Vorschläge zur künftigen Gestaltung des Platzes. Kinderspiel und Speaker's Corner, Freiluftbühne und Marktplatz, multikulturelles Zentrum und "Zentrum für Frieden und Abrüstung" werden gewünscht.
Das vom Senat favorisierte Dienstleistungszentrum Daimler-Benz rangiert mit 12 Nennungen gerade eben noch vor Autobahn (11) und Friedhof (4). Man sei erstaunt über die Resonanz der Bevölkerung, berichten Johannes Kerssenbrock und Andreas Seidel. Viele Leute hätten Angst vor "Frankfurter Verhältnissen" und kämen begeistert der Aufforderung "Spielen Sie mit" nach.
Die Studenten wünschen sich für den Sommer ein Anwachsen des mit 25 bis 30 Bewohnern noch kleinen spontanen "Dorfes" am Platz. Dänische Touristen hätten bereits begeistert von einer Fernsehmeldung über "dieses Dorf, in dem jeder leben kann", berichtet. Grundlage für die Umfrage zur künftigen Gestaltung sind Pläne, die die Landschaftsplanergruppe im letzten Jahr erarbeitet hat. Nach ihren Vorstellungen "kann man diesem Gebiet Leben einhauchen", wenn man neben dem bestehenden Kulturzentrum, Wohnen und Grün die verschiedenen Bedürfnisse der Berliner und Besucher erstmal erfragt und dann in die Planungen einbezieht.
"Wir wollen die vom Senat vermiedene öffentliche Auseinandersetzung auf den Platz tragen", fordern sie in einem Flugblatt, in dem gegen den übereilten Verkauf von Senatsgrundstücken an Konzerne protestiert wird. Wer sich der Hoffnung der Dorfbewohner, "it's gonna be a long hot summer", vielleicht in Erinnerung an das Kubat-Dorf auf dem Lenné-Gelände, anschließen kann, bringt gleich Zelt und Schlafsack mit.

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